1TR112 – die U-R2-Schnittstelle der Deutschen Telekom

In Deutschland hat die Deutsche Telekom die Schnittstelle zwischen ihrer Netztechnik (DSLAM/Splitter) und dem seit Januar 2002 vom Kunden gesondert zu erwerbenden DSL-Modem offengelegt; die entsprechende Richtlinie heißt 1TR112 (Technische Richtlinie) und kann unter http://www.dtag.de/schnittstellenbeschreibungen von jedermann heruntergeladen werden. Als “ziviler” Name dieser Norm hat sich U-R2 eingebürgert. Streng genommen ist dies nicht ganz korrekt, da U-R2 eigentlich nur die technische Bezeichnung des Splitter-Ausgangs ist (das “R” steht hierbei für “Remote”, also die Kundenseite. Der Splitter-Ausgang am DSLAM heißt entsprechend U-C2 für “Central Office”). Genauergesagt spezifiziert die 1TR112 also die Signalgebung an besagter Schnittstelle U-R2, an die sich ein U-R2-konformes DSL-Modem zu halten hat. Man hat sich hierbei im Wesentlichen an den ITU-T-Normen G.99x.x orientiert, jedoch einige Telekom-spezifische Änderungen eingebunden. Einige der wesentlichen Inhalte der U-R2-Norm sind folgende:

Da T-DSL sich die Leitung mit POTS/ISDN teilen muss, sind die untersten 32 DMT-Frequenzen (bis 138 kHz) nicht genutzt. Die Trennung der hochfrequenten DSL-Signale von den Telefon-Frequenzen übernimmt der sog. Splitter, der im Wesentlichen aus einem Tiefpassfilter besteht, der Signale bis 80 kHz passieren lässt. Der Bereich von 80 kHz bis 138 kHz dient als “Sicherheitsband”. Analoge Telefone und ISDN-Geräte bekommen deshalb keine ADSL-Signale zu sehen, da aber im Splitter kein Hochpassfilter eingebaut ist, liegen am DSL-Modem durchaus Telefon-Signale an, die das Gerät durch geeignete Maßnahmen zu ignorieren hat. Das Modem darf sich nur beim Ein-/Ausschalten störend auf laufende ISDN-Übertragungen auswirken (die Norm spricht hier von 320 erlaubten Bitfehlern, ohne dass die ISDN-Verbindung abgebrochen oder gar die ISDN-UK0-Schnittstelle zurückgesetzt wird).

Das Modem muss in der Lage sein, bestimmte Datenraten über festgelegte Entfernungen übertragen zu können (für “normales” T-DSL 768 sind dies 864/160 kbit über 2.800 m genormte Leitung) und mit Dämpfungsverlusten in bestimmter Höhe (>40 dB bei Frequenzen von 30 kHz bis 1,104 MHz) umzugehen.

Das Modem muss dem DSLAM auf Nachfrage Hersteller-ID, Firmware-Version und Seriennummer mitteilen (dies kann dazu verwendet werden, den DSLAM besser auf das Modem auf der anderen Seite einzustellen). Bei U-R2 besteht keine Möglichkeit mehr, vom DSLAM aus eine neue Firmware auf das Modem aufzuspielen, wie dies in der Vor-U-R2-Ära durchaus üblich war. Ein weiterer großer Abschnitt der Norm widmet sich der ATM-Implementation, die das Modem bieten muss, und wie die ATM-Zellen auszusehen haben.

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